WM-History

ALPINE SKI WM 1982 – „Damals im `82er Jahr“

Bereits im Jahr 1982 strahlte Schladming, damals gemeinsam mit Haus/Ennstal, als Ski-Weltmeisterschafts-Austragungsort.

Die Durchführung der Alpinen Skiweltmeisterschaft von 27. Jänner bis 8. Februar 1982 oblag einem eigenen Organisationskomitee. Der Kern dieser Mannschaft bestand jedoch aus jenen Mitgliedern des Wintersportvereines Schladming und der Sportunion Haus/Ennstal, die für dieses Ereignis seit vielen Jahren Basisarbeit geleistet hatten. Zweieinhalb Jahre standen für die Vorbereitung der sportlichen Bedürfnisse zur Verfügung. In dieser Zeit wurde eine Aufwertung vieler skisportlicher Anlagen vollzogen, die der Region auf Jahre hinaus einen Bonus einräumte. Allein mit dem Bau der Schneeanlage in Schladming wurde eine „Wetterversicherung“ für künftige Rennen abgeschlossen.

Der amtierende Bundespräsident Rudolf Kirchschläger (* 1915–2000) eröffnete die Alpine Skiweltmeisterschaft 1982 in Schladming und Haus am 27. Februar 1982.

Pausenloser Regen schien nicht nur die Veranstaltungsorte, sondern auch den Mut der Organisatoren zu ertränken. Wider Erwarten stellte sich doch noch strahlendes Winterwetter ein und entschädigte dafür bis zum Schlusstag, dem 8. Februar 1982.

Bereits damals fanden sich Menschenmassen in Schladming ein um bei den weltmeisterschaftlichen Ereignissen live dabei zu sein. Mit einem derartigen Interesse und Ansturm der Skifans hatten weder Organisatoren noch Athletinnen und Athleten gerechnet. Beim Abfahrtslauf der Herren waren zehntausende Begeisterte vor Ort. Weltmeisterschaften in diesem Ausmaß hatte die Ski-Welt bis dato noch nicht erlebt.

Die Veranstalter hatten den Wettereskapaden getrotzt, hervorragende Arbeit geleistet. Tausende begeisterte Fans trugen ebenso dazu bei, dass Schladming 1982 als herzliche Weltmeisterschaft in die Geschichtsbücher einging.

Kombination Damen:

  1. Erika Hess, SUI
  2. Perrine Pelen, FRA
  3. Christin Cooper, USA

Abfahrt Damen:

  1. Gerry Sörensen, CAN
  2. Cindy Nelson USA
  3. Laurie Graham, CAN

Riesentorlauf Damen:

  1. Erika Hess, SUI
  2. Christin Cooper, USA
  3. Ursula Konzett, LIE

Slalom Damen:

  1. Erika Hess, SUI
  2. Christin Cooper, USA
  3. Daniela Zini, ITA

Kombination Herren:

  1. Michel Vion, FRA
  2. Peter Lüscher, SUI
  3. Anton Steiner, AUT

Abfahrt Herren:

  1. Hartie Weirather, AUT
  2. Conradin Cathomen, SUI
  3. Erwin Resch, AUT

Riesentorlauf Herren:

  1. Steve Mahre, USA
  2. Ingemar Stenmark, SWE
  3. Boris Strel, JUG

Slalom Herren:

  1. Ingemar Stenmark, SWE
  2. Bojan Krizaj, JUG
  3. Bengt Fjällberg, SWE

Medaillenspiegel

Schweiz 3 x Gold 2 x Silber  
USA 1 x Gold 3 x Silber 1 x Bronze
Schweden 1 x Gold 1 x Silber 1 x Bronze
Frankreich 1 x Gold 1 x Silber  
Kanada 1 x Gold 1 x Silber  
Österreich 1 x Gold   2 x Bronze
Jugoslawien   1 x Silber 1 x Bronze
Italien     1 x Bronze
Liechtenstein     1 x Bronze

Mit dem Weltmeister im Gespräch – Sieg auf der ganzen Linie

Dass es der 1958 in Reutte in Tirol geborene Harti Weirather auf den Abfahrtsstrecken dieser Welt zur echten Sportlegende brachte, muss hier nicht extra erwähnt werden. Er gewann sechs Weltcup-Abfahrtsläufe, darunter auch die Klassiker von Kitzbühel, Wengen, Gröden und St. Anton und holte sich in der Saison 1980/81 die Kristallkugel für den Gewinn des Abfahrts-Weltcups. Seinen allergrößten, sportlichen Triumph feierte der sympathische Tiroler aber im steirischen Ski-Mekka Schladming. Mit seinem Triumph bei der WM-Abfahrt 1982 auf der Schladminger Planai sorgte Harti Weirather nicht nur für seine persönliche Sternstunde, er bewahrte Osterreich am Schlusstag der Weltmeisterschaft auch noch vor einer mittleren Blamage. Weirather bescherte dem Österreichischen Skiverband die einzige Goldmedaille dieser WM und sich selbst unvergessliche Erinnerungen.

Herr Weirather, welche Bilder haben Sie im Kopf, wenn Sie heute an Ihren Triumph in Schladming zurück denken?

Harti Weirather: Es kann sich sicherlich jeder vorstellen, unter welchem Druck wir Athleten damals gestanden sind. Österreich hatte immerhin noch keine Goldmedaille und die ganze Sportnation hat sich einen Sieg in der Abfahrt erwartet.

Eine gehörige Last, die da auf den Schultern der Sportler lastete, oder?

Harti Weirather: Auf jeden Fall. Aber ich werde auch nie vergessen, welche gigantische Begeisterung da in Schladming geherrscht hat. Schon am Weg zum Start haben uns wahre Menschenmassen begleitet. Und sogar wahrend der Fahrt durch den Bannwald, bei der Einfahrt in den Zielhang hast du als Laufer die Begeisterung der Massen hautnah mitbekommen. Das war ein richtiger Hexenkessel. Wirklich einmalig.

Dieser Hexenkessel ist ja mittlerweile auch durch den alljährlichen Nachtslalom weltberühmt geworden.

Harti Weirather: Das stimmt natürlich, aber auch wenn man zurück blickt muss man sagen, dass Schladming immer schon ein Hit war. Schon damals, als Franz Klammer hier die Abfahrt gewonnen hat. Das hab ich damals im Fernsehen gesehen.

Jetzt findet in Schladming ja 2013 wieder eine Alpine Ski-Weltmeisterschaft statt. Was erwarten Sie sich vom Großereignis?

Harti Weirather: Das wird auf jeden Fall ein Riesenspektakel. Ich bin mir ganz sicher, dass diese WM etwas wird, was der Skisport so noch nie gesehen hat. Die Weltmeisterschaft von Schladming wird Sankt Anton ganz sicher weit übertreffen.

Warum?


Harti Weirather: Zum einen ist die Steiermark bekanntermaßen extrem skibegeistert, zum anderen stimmen auch alle sonstigen Faktoren. Die zentrale Lage in Österreich und Europa, die Infrastruktur, das Konzept - es passt einfach alles.